Omegawave Inside — Interview mit Björn Wienhold & Oliver Isdepski, B2B Performance

Wir sprachen mit Inhaber Björn Wienhold (rechts im Bild) und Trainer Oliver Isdepski (links) von B2B Performance aus Dortmund über ihre Trainingsphilosphie und tägliche Arbeit mit Omegawave.
Zu sehen sind Oliver und Björn im Gespräch mit dem deutschen Diskuswerfer Martin Wierig (PR 68,33m, mittig).

Omegawave: Wie wichtig ist das Thema Trainings- und Regenerationssteuerung bei B2B Performance?

Björn Wienhold: Die Training- und Regenerationsteuerung besitzt bei uns eine große Bedeutung, vor allem in der Betreuung der Athleten während der Saison. Die Arbeit mit den Athleten sollte aufbauend und ergänzend zum Mannschaftstraining sein, damit der Verein durch unsere Arbeit unterstützt wird und somit eine optimale Zusammenarbeit entstehen kann. Hier hilft uns Omegawave objektiv die Frische des Athleten zu beurteilen, denn unser Ziel ist es, den Athleten in seiner besten körperlichen Verfassung auf das Spielfeld zu schicken!

OW: Welche Daten erhebt ihr und in welcher Art und Weise?

Oliver Isdepski: Neben den Daten, die uns das Omegawave Coach-System liefert, erheben wir noch zahlreiche weitere Parameter. Es ist uns auch wichtig, wie sich der Athlet subjektiv fühlt und selbst wahrnimmt. Deswegen wird vor jedem Training nach Schlafdauer, Schlafqualität, Muskeltonus und Motivation gefragt. Darüber hinaus messen wir vor dem Training das Gewicht des Athleten und erfassen dessen Sprunghöhe.

B2B Performance Trainer Oliver Isdepski erfasst objektive Frischedaten der Athleten via Omegawave- und Sprungkraft-Test

OW: Inwiefern individualisiert ihr das Training für einzelne Athleten basierend auf den gesammelten Daten?

Björn Wienhold: Während der Saison hat das Mannschaftstraining den größten Einfluss auf unsere Trainingsplanung, da wir inhaltlich den Fokus auf Verletzungsprävention legen. Auch wenn die Daten (objektiv wie subjektiv) hervorragend sind, macht es manchmal wenig Sinn zu hart zu trainieren, besonders wenn man nicht weiß, wie das Mannschaftstraining in den nächsten Tagen gestaltet wird. Während der Saison nutzen wir die erhobenen Daten, um möglichst effektiv und präventiv mit dem jeweiligen Athleten arbeiten zu können.

Oliver Isdepski: In der Off-Season können wir unsere Daten deutlich mehr zur Trainingssteuerung einsetzen, weil die Athleten ausschließlich bei uns trainieren. Um das Leistungsmaximum zu erreichen, sollte ein optimales Verhältnis zwischen Belastung und Erholung herrschen. Anhand der erfassten Daten können wir einschätzen, wann der Athlet belastet werden kann oder regenerativ arbeitet. In unserer Trainingsstruktur hat es sich gezeigt, dass 4 Tage Belastung und 3 Tage Erholung ausreichend sind, um eine optimale Leistungssteigerung zu erzielen, ohne den Athleten sinnlos zu ermüden.

Handballspieler Marian Orlowski vom Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart bei der Auswertung seiner Omegawave-Daten zusammen mit dem B2B Performance Team 

OW: Wie behaltet ihr die Athleten im Auge, die zwar nicht regelmäßig bei euch vor Ort trainieren können, aber dennoch auf eure Expertise angewiesen sind?

Oliver Isdepski: Was die externe Betreuung angeht, greifen wir auf das Omegawave-System zurück. Wir haben direkten Zugriff zu jeder Messung des Athleten, um schnellstmögliche Hilfestellung für seinen Trainingsalltag zu geben. Mit regelmäßigen Telefonaten werden, basierend auf den Omegawave-Daten, jedem Athleten individuelle Empfehlungen gegeben, um deren Leistungskapazität auf einem größtmöglichen Niveau zu halten/steigern.

 OW: Welche Daten haben euch überrascht und wie seid ihr damit umgegangen?

Björn Wienhold: Ein Fußballer, den wir während der Saison betreuen, hatte eine Sympathikus-Dominanz entwickelt. Obwohl er auch mal 2 trainingsfreie Tage hatte, veränderten sich die Werte nicht. Durch therapeutische Maßnahmen konnten wir seinen Sympathikus innerhalb von einer Stunde herunter regulieren. Bei erneuter Testung waren der Parasympathikus und Sympathikus nun im Einklang und das Ergebnis war deutlich verbessert. Inhalte der Behandlung waren eine Triggerpunkt-Therapie, die Lockerung des Zwerchfells und Atemübungen zur allgemeinen Entspannung. Der Athlet fühlte sich subjektiv auch deutlich entspannter, welches der deutlich niedrigere Ruhepuls bei der wiederholten Messung bewies!

Windows of Trainability (“Fenster der Trainierbarkeit”) eines professionellen Fußballspielers vor und nach der therapeutischen Behandlung von B2B Performance Inhaber Björn Wienhold

OW: Welche Potentiale seht ihr, um das Personal Training mit Hochleistungssportlern auch in Zukunft zu optimieren?

Björn Wienhold: Es sollte auf jeden Fall eine Individualisierung in der Trainingssteuerung stattfinden. Nicht jeder Athlet verträgt die gleiche Belastung, daher muss gerade im Athletik-Training auf die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen eingegangen werden. Um eine Einschätzung zu bekommen, ob sich ein Athlet gut fühlt, sollte man nicht nur das subjektive Empfinden erfragen. Denn dieses kann beispielsweise durch einen Sieg oder einer Niederlage am Wochenende stark beeinflusst werden. Hier hilft ganz klar eine objektive Betrachtungsweise, die es uns ermöglicht, den „wirklichen“ Status eines Athleten festzustellen. Dies sollte unserer Meinung nach zukünftig der Standard sein!

Oliver Isdepski: Es wird wichtig sein, uns von Aussagen wie „wir schauen von Spiel zu Spiel“ wegzubewegen. Wenn wir Athleten besser machen wollen, müssen wir Tendenzen von Ermüdung im Trainingsalltag erkennen, damit wir ihn frisch durch eine Saison bringen können. Dabei hilft uns das Omegawave-System enorm.

Autor

Torsten Amstein

Torsten Amstein ist Customer Relationship Manager und Performance Specialist bei Omegawave. Neben der Arbeit mit Athleten und Trainern, hält er sich selbst mit Fußballspielen und vielen anderen Sport-und Outdooraktivitäten fit. Zudem besitzt er einen Masterabschluss in Sportwissenschaften. Vernetze dich mit ihm über LinkedIn